Nachwuchstagung

Nachwuchstagung im Rahmen des DGFF-Kongresses 2021
an der Universität Duisburg-Essen

Klicken Sie hier, um den CfP der Nachwuchstagung als PDF herunterzuladen.

Kontakt: krystina.mensing@uni-due.de

Der DGFF-Kongress 2021 widmet sich einer Standortbestimmung. Damit wird gefragt, inwiefern Forschung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft unsere Disziplin beeinflusst. Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, einen Raum zu schaffen, in dem insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs in den Fremdsprachendidaktiken zusammenkommt, diskutiert und sich vernetzen kann. Im Rahmen einer dem Kongress vorgeschalteten Nachwuchstagung am Mittwochvormittag, den 22. September 2021, von 9 bis 13 Uhr, wird es die Möglichkeit geben, sich mit einschlägigen Experten über bedeutsame Themenfelder auszutauschen.

Je Slot können sich die Teilnehmer*innen für einen Workshop (Kurzbeschreibungen siehe unten) entscheiden:

 

9.00 - 9.30 Uhr

Begrüßung durch den Vorstand der DGFF und die Vorbereitungsgruppe; Einführung in den Vormittag und Vorstellung der Workshopleitenden

9.30 - 11.00 Uhr

Workshop 1:

Relevante fremdsprachendidaktische Fragestellungen & aktuelle methodische Tendenzen (Nicole Marx)

Workshop 2:

Ethik in der  Fremdsprachenforschung (Britta Viebrock)

11.00 - 11.30 Uhr

Kaffeepause zum Netzwerken

11.30 - 13.00 Uhr

Workshop 3:

Berufliche Zukunft in der Fremdsprachenforschung (Claudia Riemer)

Workshop 4:

Publikationsstrategien (Benjamin Kremmel)

 

Die Workshops sind darauf angelegt, Input zum jeweiligen Themenschwerpunkt zu geben, darüber hinaus aber besonders Interaktion und Fragen untereinander und mit der Expertin bzw. dem Experten zu ermöglichen.

Am Vorabend (Dienstag, den 21. September 2021) sind die Nachwuchswissenschaftler*innen zudem eingeladen, zu einem Netzwerk-Conference-Warming zusammenkommen.

 

Die Teilnahme an der Nachwuchstagung kostet EUR 10,-, für Nicht-Mitglieder der DGFF EUR 25,-.

Bitte melden Sie sich für die Nachwuchstagung ab 1.4.2021 unter https://kongress.dgff.de/ an. Sie können sich ausschließlich zur Nachwuchstagung anmelden oder auch nach Maßgabe freier Plätze zusätzlich zum DGFF-Kongress. Bitte geben Sie bei der Anmeldung zur Nachwuchstagung Ihre Präferenzen hinsichtlich der Workshops an. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 80 Personen begrenzt, jeweils 40 pro Workshopblock. Sie können bei der Anmeldung auch angeben, ob Sie Interesse am Netzwerk-Conference-Warming haben, sie erhalten dann einige Wochen vor der Tagung weitere Informationen.


vorbereitet von: David Gerlach, Lena Heine und Katharina Wieland

 

 

Kurzbeschreibungen der Workshops

 

Beachten Sie bitte, dass Sie entweder zwischen Workshop 1 oder 2 bzw. zwischen Workshop 3 oder 4 entscheiden können, da diese jeweils parallel laufen. Ein Buchen beider Slots ist erwünscht.

 

Workshop 1: Relevante fremdsprachendidaktische Fragestellungen & aktuelle methodische Tendenzen (Nicole Marx)

Der Workshop hat zum Ziel, die teilnehmenden Nachwuchswissenschaftler*innen für aktuelle Fragestellungen in der Fremdsprachenforschung zu sensibilisieren. In einem einleitenden Input werden zentrale Forschungsgegenstände der deutschen Fremdsprachenforschung der vergangenen Jahre diskutiert und in ein Verhältnis gesetzt zu Trends in methodisch-methodologischer Hinsicht. Dabei wird auch reflektiert, wie die Fremdsprachenforschung nicht nur auf wissenschaftliche, sondern auch auf gesellschaftliche, bildungstheoretische, politische oder auch disziplinübergreifende Entwicklungen reagiert. 

Im Anschluss können Teilnehmer*innen sich zu ihren Fragestellungen oder (geplanten) Projekten in Gruppen austauschen und dabei Kontakte knüpfen für einen weiteren Austausch im Rahmen des DGFF-Kongresses und für kleine Forschungswerkstätten darüber hinaus. Die Abschlussrunde soll dazu dienen, im gemeinsamen Austausch über mögliche Trends und nötige Fragestellungen der näheren Zukunft zu diskutieren.

 

Literaturhinweis

Heine, L., Marx, N., Schädlich, B., & Wilden, E. (2020). Review of doctoral research in language education in Germany (2014–2018). Language Teaching, 53(3), 341–357. https://doi.org/10.1017/S0261444820000063

 

 

 

Workshop 2: Ethik in der Fremdsprachenforschung (Britta Viebrock)

Forschungsethik bezeichnet ein Themenfeld in der Fremdsprachenforschung, das in den vergangenen Jahren vermehrt Beachtung gefunden hat. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie man als Forscher*in in wissenschaftlichen Kontexten, aber auch darüber hinaus, handeln soll und wem man in welcher Weise verantwortlich ist. Forschungsethik umfasst dabei eine pragmatisch-praktische Dimension, die mithilfe von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis wissenschaftliches Fehlverhalten verhindern will. Und sie umfasst eine systemische Dimension, welche die Rolle und Funktion von Wissenschaft und Forschung in ihrem gesamtgesellschaftlichen Kontext in den Blick nimmt und die Handlungsoptionen des einzelnen Forschers/der einzelnen Forscherin prüft. 

Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis beziehen sich in erster Linie auf das wissenschaftliche Arbeiten im engeren Sinne, z.B. den Umgang mit Forschungsteilnehmer/inne/n im Forschungsprozess, die Einhaltung von Gütekriterien (z.B. Freiwilligkeit der Teilnahme, informed consent) oder die Sicherung und Vertraulichkeit von Daten. Zum wissenschaftlichen Arbeiten im engeren Sinne gehört auch die Publikation von Forschungsergebnissen. Aspekte von forschungsethischer Relevanz sind hier die Frage der Autorenschaft, der Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer und Plagiarismus sowie die Auswahl und Darstellung von Daten. 

Die systemische Dimension von Forschungsethik fokussiert die Frage der wissenschaftlichen Folgeverantwortung: Inwieweit ist der einzelne Forscher/die einzelne Forscherin für die Verwendung seiner/ihrer Ergebnisse verantwortlich? Kann er/sie aufgrund der Verwobenheit der Wissenschaft mit anderen gesellschaftlichen Teilbereichen individuell verantwortlich gemacht werden? Sollte – anders herum – gute Forschung immer auch politisch sein und auf soziale Transformationsprozesse abzielen (im Sinne einer advocacy-Forschung, welche Unterprivilegierten eine Stimme verleihen will)? Diese Fragen, auf die es keine einfachen und eindeutigen Antworten gibt, sollen im Rahmen des Workshops sowohl generell als auch mit Blick auf das eigene Forschungsvorhaben reflektiert werden. Dabei sind auch die unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu berücksichtigen, deren Sicht auf Methoden, Gütekriterien, Forschungsbeteiligte, und Bewertung der Ergebnisse aus forschungsethischer Sicht stark voneinander abweichen kann.

Mögliche Ansatzpunkte für die Perspektivierung der Diskussion wären z. B:

  • Kontext und Krise "selbstbestimmter" vs. "fremdbestimmter" Forschung
  • Ethik als Verantwortung in der Wissenschaft/in der Sprachlehr- und -lernforschung 
  • Ethos und Ethik aus forschender und aus lehrender Sicht
  • Forschung und Macht/Macht und Sprache (language as empowerment / language as power instrument)
  • Forschungsethik konzeptionell – in der Fremdsprachenforschung allgemein und in der Schulsprachenforschung spezifisch
  • Gütekriterien aus forschender und lehrender Sicht; individuelle und institutionelle Verantwortung
  • Forschungsethik pragmatisch – Selbst-/Verpflichtung der WissenschaftlerInnen; Deklarationen von Fachgesellschaften und anderen stakeholders; Kodizes

 

 

 

Workshop 3: Berufliche Perspektiven für Nachwuchswissenschaftler*innen der Fremdsprachenforschung (Claudia Riemer) 

Im Zentrum des Workshops für Doktorand*innen und Postdocs stehen die beruflichen Perspektiven, die auf eine wissenschaftliche Laufbahn an den Hochschulen gerichtet sind, aber auch mögliche alternative Professions- und Karrierewege innerhalb und außerhalb von Hochschulen betreffen, die m.E. zu selten in unseren Disziplinen als interessante Perspektiven wahrgenommen werden und zu wenig gefördert werden.

Ich möchte mit Ihnen gemeinsam Tendenzen der wissenschaftlichen Beschäftigungsmöglichkeiten an den Hochschulen diskutieren und auch einen Blick auf das sich in den letzten Jahren fulminant an den deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen entwickelnde Berufsfeld Wissenschaftsmanagement werfen. Berufliche Positionen an Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Verwaltung rekrutieren sich vornehmlich aus Hochschulabsolvent*innen und bieten anspruchsvolle Tätigkeitsfelder in der Organisation, Steuerung und Leitung der Einrichtungen.

Mit einem kurzen Impulsbeitrag wird ein Überblick über mögliche Tätigkeiten und Aktivitätsfelder gegeben, auf den eine offene Runde folgt, in dem die Teilnehmer*innen ihre Erfahrungen und Überlegungen einbringen und diskutieren,

  • wie die Beschäftigungschancen in der Hochschulwissenschaft in den nächsten Jahren in unseren verschiedenen Disziplinen einzuschätzen sind (Mitarbeiter- und Projektstellen, Karrierewege zur Festanstellung im akademischen Mittelbau und Professur);
  • ob und mit welchen Zielen und Überlegungen man sich in der Promotions- und PostDoc-Phase auch für alternative Berufsperspektiven (z.B. im Wissenschaftsmanagement, in der Wirtschaft, im außeruniversitären Bildungsbereich) durch Kooperationen, außerfachliche Erfahrungen und Gremienarbeit an der Hochschule einbringen kann.

 

 

 

Workshop 4: Publikationsstrategien (Benjamin Kremmel)

„Publish or Perish“ heißt es oft in akademischen Kreisen – aber mit Fragen rund um das Was und Wie bleiben NachwuchswissenschaftlerInnen oft allein gelassen: Monografie oder Zeitschriftenbeitrag? Für nationales oder internationales Publikum? Alleine oder in Ko-AutorInnenschaft? Wie schaffe ich „Impact“ mit meiner Arbeit, und was ist „Impact“ überhaupt?

Dazu werden in einem Impulsvortrag zunächst verschiedene Wege des wissenschaftlichen Publizierens vorgestellt, die sich auch mit Besonderheiten der Fremdsprachenforschung im deutschsprachigen Raum befassen. Daran anschließend wird die Gruppe in einer geleiteten Diskussion mit kurzen Gruppenarbeitsanteilen die eingangs genannten und weitere Fragen rund um das (internationale) Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten diskutieren. Im Gesamtgespräch werden sodann Optionen, Prozedere und Herausforderungen besprochen und Strategien für das wissenschaftliche Publizieren als Start in die akademische Karriere erarbeitet.