Plenarveranstaltungen

Raum: AOK-Hörsaal

Donnerstag, 26.09.2019

09:45 – 10:30

Plenarvortrag I 

Vortragende: Barbara Schmenk

Freitag, 27.09.2019

14:00 – 14:45

Podiumsdiskussion zum Thema "Digitalisierung und Fremdsprachenlernen"

Leitung: Andreas Grünewald

Samstag, 28.09.2019

11:30 – 12:15

Plenarvortrag II

Vortragender: Robert O’Dowd

Barbara Schmenk
Plenarvortrag I

Raum: AOK-Hörsaal

 

Digitalisierung, Globalisierung, Entschulung? Perspektiven der Fremdsprachenforschung

 

Der Vortrag greift das Kongressthema “Sprache – Kulturen – Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung?” auf und setzt bei dem Begriff der Digitalisierung an, um über Perspektiven der Fremdsprachenforschung nachzudenken. Unter dem Begriff der Digitalisierung werden derzeit zahlreiche Phänomene gefasst, die sowohl in technologischer als auch i.w.S. kultureller Hinsicht relevant sind. In diesem Vortrag soll Digitalisierung aus bildungstheoretischer Perspektive betrachtet werden. Hier stellen die lebensweltlichen Veränderungen, die mit zunehmender Digitalisierung einhergehen, erhebliche Herausforderungen dar, die bislang nur im Ansatz absehbar sind.

Speziell im Hinblick auf Bildung und insbesondere sprachliche Bildung werden im Vortrag einige Themen und Fragestellungen aufgegriffen, die für die Fremdsprachenforschung unmittelbar relevant erscheinen und die sich um die Begriffe der Digitalisierung, Globalisierung und Entschulung ranken. Dabei geht es zunächst um das Konzept der digital literacy und seine möglichen Bedeutungen auch im Rahmen des Fremdsprachenlernens. In unserer oft schlagwortartig als “global” charakterisierten gegenwärtigen Welt stellt sich dabei auch die sprachen- und identitätspolitische Frage nach dem Verhältnis von Digitalisierung und Mehrsprachigkeit. Nicht zuletzt spielt in diesem Kontext die mit der Dominanz des Englischen verbundenen Hegemonie westlicher Identitäts- und Sinnbildungsmuster eine entscheidende Rolle, die auch den Fremdsprachenunterricht und seine Erforschung beeinflussen. Schließlich wird mit dem Schlagwort der Entschulung ein streitbares Konzept aufgegriffen, das zum Nachdenken über zukünftige Perspektiven für das Sprachenlernen und die Fremdsprachenforschung unter Bedingungen von Digitalisierung einlädt.

Andreas Grünewald
Podiumsdiskussion

Raum: AOK-Hörsaal

Podiumsdiskussion zum Thema „Digitalisierung und Fremdsprachenlernen“

Moderation: Andreas Grünewald, Bremen

 

Teilnehmerinnen / Teilnehmer:

Franziska BaierWeb ext

Lutz GoertzWeb extverb2

Detmar MeurersWeb ext

Barbara SchmenkWeb ext

 

1993 war der erste Internetbrowser frei nutzbar, und Ende der 1990er Jahre wurde zum ersten Mal eine Digitalisierungsdebatte im Bildungsbereich geführt. Die Argumente für oder gegen den Einsatz digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht sind dabei bis heute sehr ähnlich geblieben. Warum bestimmt also gerade dieses Thema immer noch die aktuelle bildungspolitische Diskussion?

Viele Akteurinnen und Akteure erhoffen sich wohl einen Innovationsschub durch den fünf Milliarden schweren „Digitalpakt Schule“, der nach schier endlosen Verhandlungen nun doch kommen soll. Dabei lässt der Entwicklungssprung im Bereich der künstlichen Intelligenz, der basale Kommunikationsfähigkeit in einer oder mehreren Fremdsprachen durch Echtzeitübersetzungsprogramme oder Übersetzungsplattformen möglich macht, den institutionellen Fremdsprachenunterricht in Frage stellen. Es muss folglich darüber nachgedacht werden, welche Rolle digitale Medien im Sprachlernprozess überhaupt einnehmen sollen und können.

Befürworter setzen auf eine frühe Medienerziehung und eine umfangreiche Geräteausstattung im Unterricht, um die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, die Angebote und Chancen der digitalen Gesellschaft nutzen zu können. Kritiker führen hingegen ins Feld, dass der beste Start ins digitale Zeitalter ein lernendes Kind ohne Computer sei, denn reale Sprachanwendungs- und -lernerfahrungen seien den virtuellen überlegen. Zusätzlich könnten digitale Medien dazu genutzt werden, reale Sprachanwendung, etwa im Kontext eines Austauschs, vorzubereiten. Wie ist die Perspektive der Fremdsprachenforschung auf diese Fragen?

Es besteht ein großes Forschungsinteresse an Erkenntnissen zur Wirkung digitaler Medien auf den fremdsprachlichen Lernprozess, aber es gibt dazu kaum verlässliche empirische Befunde. Ein Grund dafür ist in der Komplexität der Einflussfaktoren von digitalen Medien auf Lernprozesse allgemein zu sehen. Neben der Wirkungsforschung ist die Frage danach zu stellen, wie und ob sich Inhalte und Ziele des Fremdsprachenunterrichts in der digitalisierten Gesellschaft verändern müssen.

Diese Fragen diskutieren Expertinnen und Experten aus der pädagogischen Psychologie, der Computerlinguistik, der angewandten Linguistik und der Fremdsprachendidaktik. Diskutieren Sie mit!

Robert O'Dowd
Plenarvortrag II

Raum: AOK-Hörsaal

 

"Contact=Learning? Reviewing Learning Outcomes of Virtual Exchange in Foreign Language Education"

‘Virtual Exchange’, also referred to in foreign language education as telecollaboration, refers to the application of online communication tools to bring together classes of language learners in geographically distant locations with the aim of developing their foreign language skills and intercultural and digital competences through collaborative tasks and project work. Many studies have explored the potential of this activity for supporting collaborative language learning and developing intercultural competence in learners (Guth & Helm, 2010; Kern, 2015; Lewis & O’Dowd, 2016; O’Dowd, 2013, 2015).

However, Virtual Exchange is also an activity which has received its fair share of criticism in the literature, and at times there is a clear scepticism amongst commentators as to its effectiveness in developing intercultural awareness (Kramsch, 2014; Liddicoat & Scarino, 2013). With this in mind, this presentation will review the results of various recent research studies which have looked at the impact of Virtual Exchange initiatives on competence development. We will also explore the main criticisms and concerns which have been expressed in relation to online intercultural exchanges and will then reflect on how both practitioners and researchers can react and learn from these critiques. Critical incidents from recent exchanges will be used to illustrate the difference between merely establishing intercultural contact online and actually bringing about contexts for intercultural learning.

 

Guth, S., Helm, F., & O’Dowd, R. (2012). University language classes collaborating online A report on the integration of telecollaborative networks in European universities. Retrieved from http://coil.suny.edu/sites/default/files/intent_report_execsummary_june2012.pdf

Kern, R. (2014). Technology as Pharmakon: The promise and perils of the internet for foreign language education. Modern Language Journal, 98, 340–357.

Kramsch, C. (2014). Teaching foreign languages in an era of globalization. Introduction. The Modern Language Journal, 98(1), 296–311.

Lewis, T. & O’Dowd, R. (2016). Online Intercultural Exchange and Foreign Language Learning: A Systematic Review. In R. O’Dowd & T. Lewis (Eds.), Online Intercultural Exchange: Policy, Pedagogy, Practice. Routledge: New York.

Liddicoat, A., & Scarino, A. (2013). Intercultural language teaching and learning. West Sussex, GB: Wiley-Blackwell.

O’Dowd, R. (2013). Telecollaboration and CALL. In Thomas, M., Reindeers, H. & Warschauer, M. (Ed.), Contemporary computer-assisted language learning (pp. 123–141). London: Bloomsbury Academic.

O’Dowd, R. (2015). Supporting In-service Language Educators in Learning to Telecollaborate. Language Learning and Technology, 19 (1), 63-82.

O’Dowd, R. (2016). Learning From the Past and Looking to the Future of Online Intercultural Exchange. In R. O’Dowd & T. Lewis (Eds.), Online Intercultural Exchange: Policy, Pedagogy, Practice (pp. 273-298). Routledge: New York.