Sektion 6

Spannungsfeld von Kompetenzen, Inhalten und Digitalisierung

Prof. Dr. Britta Freitag-Hild (freitagh(at)uni-potsdam.de)

Jun.-Prof. Dr. Corinna Koch (Corinna.Koch(at)upb.de)

 

Spätestens seit dem Wechsel zur Output- und Kompetenzorientierung hat sich um Kompetenzen und Inhalte im fachdidaktischen Diskurs ein Spannungsfeld gebildet. Dabei stellt sich eigentlich gar nicht die Frage nach dem „Entweder oder“, vielmehr bedingen sich Kompetenzen und Inhalte wechselseitig: Bestimmte Inhalte erfordern spezifische Kompetenzen und Kompetenzen lassen sich ohne Inhalte nicht fördern. Es geht somit eher um ein Ausloten des Zusammenspiels der beiden Bereiche innerhalb des Spannungsfeldes. 

Die Digitalisierung, die das Privat- und Berufsleben zunehmend prägt, wirft nun noch einmal ein neues Licht auf diese beiden Bereiche und ihr Zusammenwirken, denn sie bewirkt die Veränderung bestehender und das Hinzutreten neuer Inhalte und Kompetenzen im Fremdsprachenunterricht. Veränderte Wege der Kommunikation und Informationsbeschaffung für Lehrende und Lernende spielen dabei ebenso eine Rolle wie neue Kommunikationsmöglichkeiten und methodisch-didaktische Ansätze, die auf den fremdsprachlichen Lernprozess einwirken. Dabei sind jedoch stets auch die Grenzen der Digitalisierung zu berücksichtigen und so es gilt, den jeweils spezifischen Mehrwert des Einsatzes digitaler Medien genau zu bestimmen. 

Die Sektion möchte somit folgenden Fragen zum Fremdsprachenunterricht nachgehen:

  • Wie verändern sich bisherige Inhalte und die Modellierung der bekannten Kompetenzen durch Digitalisierung? Welche neuen Themen (z. B. YouTube-Stars oder Fake News), welche neuen mündlichen und schriftlichen Genres (z. B. Tutorials oder Blogs) und welche neuen Kompetenzen (z. B. Medienkompetenz bzw. digital literacy) kommen hinzu und welchen Beitrag kann der Fremdsprachenunterricht zu ihrer Erarbeitung bzw. Förderung leisten? 
  • Welche Inhalte und Kompetenzen lassen sich durch den Einsatz digitaler Medien besonders gut erarbeiten bzw. fördern? Welches Potenzial bietet dabei die Digitalisierung im Vergleich zum analogen Lernen und Lehren von Fremdsprachen? Was bedeutet die Digitalisierung z. B. für den individuellen Wortschatzerwerb oder für die Produktion und Rezeption mündlicher oder schriftlicher Texte im Fremdsprachenunterricht? 
  • Wie verändert Digitalisierung die methodisch-didaktischen Ansätze im Fremdsprachenunterricht bezüglich der integrierten Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen, z. B. die Aufgabenorientierung? 
  • Welche Risiken birgt die Digitalisierung in Bezug auf Inhalte und Kompetenzen im Fremd-sprachenunterricht? Wo liegen diesbezüglich die Grenzen? Inwiefern kann bzw. kann nicht von einer Veränderung des fremdsprachlichen Lernprozesses an sich gesprochen werden?

 

Sowohl Beiträge zu empirischen Studien als auch zu forschungsorientierten konzeptionellen Herangehensweisen mit direktem Unterrichtsbezug sind herzlich willkommen. 

Angebote für Vorträge in den Sektionen werden bis zum 15. Dezember 2018 an die Sektionsleitung erbeten. Bitte senden Sie einen kurzen, aussagekräftigen Abstract von ca. 250 Wörtern (Fließtext) in einer Word-Datei samt Ihrer Angaben (Name, Institution, Email-Adresse) an die oben genannten Email-Adressen. Eine Rückmeldung erhalten Sie im Januar 2019.