Sektion 5

Diagnostik, Bewertung, Evaluation: digitale Umbrüche?

PD Dr. Olaf Bärenfänger (baerenf(at)uni-leipzig.de

Prof. Dr. Claudia Harsch (harsch(at)uni-bremen.de)

 

Die Digitalisierung betrifft immer mehr Lebensbereiche, darunter nicht zuletzt das Lehren und Lernen fremder Sprachen. Generell kommt digitalen Formaten in diesem Zusammenhang das Potenzial zu, das Spektrum von didaktischen Optionen zu erweitern und zu einem quantitativen und qualitativen Mehr an Lernmöglichkeiten zu führen. 

Auch für die Diagnostik von fremdsprachlicher Kompetenz und von Lernfortschritten ergeben sich im Feld der Durchführung und Bewertung von Sprachtests eine Fülle neuer Möglichkeiten. So lassen sich etwa durch die Integration von Videos in die Tests bisher kaum erfasste Kompetenzbereiche wie das Hör-/Sehverstehen (etwa bei Filmen) oder das Hör-/Leseverstehen (etwa im Kontext von Vorlesungen, Podcasts o. Ä.) erfassen. Die Option, Lernerleistungen innerhalb kürzester Zeiträume automatisch bewerten zu lassen, hat zudem das Potenzial, im Sinne eines Assessment for Learning kontinuierlich auf den Lernprozess einzuwirken und so die Lernqualität insgesamt zu verbessern. Intelligente Algorithmen erlauben es zudem, im Sinne des computeradaptiven Testens effizientere, sicherere und präzisere Formen der Testdurchführung zu realisieren als mit konventionellen Papier- und Bleistifttests.

Angesichts der hier nur exemplarisch genannten Möglichkeiten geht Sektion 5 der Frage nach, welche durch die Digitalisierung bedingten Entwicklungen das Potenzial haben, die Bewertung und Diagnose fremdsprachlicher Kompetenzen nachhaltig zu verändern. Beiträge (vor allem mit empirischer Ausrichtung) werden unter anderem zu folgenden Teilaspekten erbeten:

  • Welche Effekte ergeben sich für Einrichtungen durch den Einsatz digitaler diagnostischer Instrumente (z. B. punktgenauere Einstufungen, präziseres Feedback an die Lernenden, Erhöhung der Betreuungsdichte)?
  • Inwieweit ermöglichen digitale Formate eine realitätsnähere Bewertung fremdsprachlicher Kompetenzen?
  • Mithilfe welcher Modelle lässt sich eine engere Verzahnung von Diagnostik und Lernprozessen erzielen? Welche dieser Modelle haben sich in der Praxis bewährt?
  • Welche Feedbackmodelle sind geeignet, um diagnostische Informationen ggf. automatisiert in den Lernprozess zurückzuspielen?
  • Inwieweit bilden digitale Testformate die Lebenswirklichkeit von Lernenden ab, insbesondere unter dem Aspekt der Authentizität?
  • Welche Auswirkungen (impact) hat eine Zunahme an digitalen Testformaten auf das Lehren und Lernen fremder Sprachen, etwa im Hinblick auf die Dimensionen Unterricht, Curricula, Lernziele, Arbeitsformen oder Lehrerbildung?
  • Welche Kompetenzen benötigen Lehrende für die Erstellung, Durchführung und Interpretation digitaler diagnostischer Formate?

 

Angebote für Vorträge in den Sektionen werden bis zum 15. Dezember 2018 an die Sektionsleitung erbeten. Bitte senden Sie einen kurzen, aussagekräftigen Abstract von ca. 250 Wörtern (Fließtext) in einer Word-Datei samt Ihrer Angaben (Name, Institution, Email-Adresse) an die oben genannten Email-Adressen. Eine Rückmeldung erhalten Sie im Januar 2019.