Sektion 3

Text- und Kulturdidaktik: analog und digital

Prof. Dr. Christiane Lütge (luetge(at)anglistik.uni-muenchen.de

Prof. Dr. Claus Altmayer (altmayer(at)rz.uni-leipzig.de)

 

Der Diskurs über Bildung und Digitalität wirft aktuell viele Fragen auf, die für die Text- und Kulturdidaktik besondere Relevanz entfalten. Die zunehmende Loslösung vom Papierdenken der analogen Bücher stellt ein enormes Potenzial für die Erweiterung der Spielräume visueller Inszenierung in Bildern und Texten dar (Gralley 2006), eröffnet aber auch Zugänge zu völlig neuen Textsorten und Kommunikationsformen. Die mehrdimensionale Vernetzung und Dynamisierung narrativer Elemente eröffnet dabei neue Spielräume für die literarästhetische Gestaltung, für kulturdidaktische Lernerfahrungen und auch für neue und innovative Formen der Textarbeit allgemein. Andererseits sind analoge Ansätze damit längst nicht obsolet, denn das Digitale bildet nicht zwangsläufig eine virtuelle Parallelwelt, solange wir sie nicht entsprechend konstruieren (Stalder 2016).

Analoge Buchkultur und digitale Transformation müssen sich also keineswegs diametral gegenüberstehen und können sich gerade mit Blick auf text- und kulturdidaktische Ansätze und fremdsprachliche Kompetenzentwicklung sinnvoll ergänzen. Das Digitale ist dabei nicht nur vor dem Hintergrund prozessual-instrumenteller Transformationen zu sehen, sondern auch als inhaltlich-thematisch neuer Fokus innerhalb der Text- und Kulturdidaktik. 

Ziel der Sektionsarbeit ist es, Einsatzmöglichkeiten und Potenziale  verschiedener analoger und digitaler Medien im Kontext vielfältiger Fremdsprachenlehr- und -lernprozesse (z. B. schulisches und universitäres Fremdsprachenlernen, Erwachsenenbildung, Selbstlernen etc.) zu beleuchten und Prozesse und Modelle des Kompetenzerwerbs in der Text- und Kulturdidaktik zu fokussieren. 

Dazu ergeben sich exemplarisch folgende Leitfragen für die Arbeit der Sektion: 

  • Wie kann das wechselseitige Verhältnis des Analogen und Digitalen für Ziele der Text- und Kulturdidaktik sowohl inhaltlich-thematisch als auch prozessual-instrumentell in kritisch reflektierter Perspektive für den Fremdsprachenunterricht erforscht und entwickelt werden?
  • Wie können komplexe Kompetenzaufgaben digital und analog und auch in analog-digitalen Medienverbundsystemen so modelliert werden, dass text- und kulturdidaktisch relevante Inhalte sinnvoll verknüpft werden? 
  • Welchen Beitrag kann das Zusammenspiel digitaler und analoger Lernmedien im Zusammenhang mit adaptivem, personalisiertem Lernen leisten, um neue Perspektiven für die Text- und Kulturdidaktik zu entwickeln?
  • Welche (institutionellen) Rahmenbedingungen sind für die souveräne und potenzialorientierte Umsetzung digitaler und analoger Angebote beim Fremdsprachenlernen nötig? 
  • Welche Kompetenzen müssen (angehende) Lehrkräfte in Aus- und Weiterbildung erwerben, um digitale und analoge Medien für text- und kulturdidaktische Lernziele kritisch auswählen, den Einsatz didaktisch und pädagogisch sinnvoll vorbereiten und durchführen und die Wirkungen evaluieren zu können? Welche wissenschaftlich erprobten Ausbildungskonzepte gibt es hier?
  • Welche text-, lern- und kulturtheoretischen Herausforderungen bringt die neue Rolle digitaler Lernmedien mit sich?
  • Welche empirisch abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen über ein verändertes Lehr- und Lernverhalten und veränderte Lernergebnisse im Umgang mit analogen bzw. digitalen Lernmedien für die Text- und Kulturdidaktik vor?

Angebote für Vorträge in den Sektionen werden bis zum 15. Dezember 2018 an die Sektionsleitung erbeten. Bitte senden Sie einen kurzen, aussagekräftigen Abstract von ca. 250 Wörtern (Fließtext) in einer Word-Datei samt Ihrer Angaben (Name, Institution, Email-Adresse) an die oben genannten Email-Adressen. Eine Rückmeldung erhalten Sie im Januar 2019.