Sektion 10

Erschließung von neuen Lernorten und Lernräumen

Dr. Diana Feick (diana.feick(at)auckland.ac.nz)

Prof. Dr. Jutta Rymarczyk (rymarczyk(at)ph-heidelberg.de)

 

In unserer Sektion wollen wir uns Lernorten widmen, die außerhalb des traditionellen Klassenunterrichts liegen. Diese außerschulischen Lernorte lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen unterteilen, und zwar in konventionelle (brick and mortar places) und in virtuelle Orte. 

Zu den konventionellen Lernorten zählen wir Einrichtungen wie Museen, Theater, Kinos etc., die zwar nicht primär auf Lernen ausgerichtet sind, die aber diese Funktion durch museums- oder theaterdidaktische Angebote durchaus aufweisen können und das entsprechende Potenzial besitzen. Trotz der englischen Bezeichnung „brick and mortar places“, die diese Orte von den virtuellen absetzt, sind dieser ersten Gruppe auch Orte außerhalb von Gebäuden zuzuordnen, womit Zoos, Parks, Wälder, Strände, kurz, Landschaften unterschiedlicher Art, für Lernen genutzt werden können. Es ist der Frage „Umbrüche durch Digitalisierung?“ im Titel des 28. DGFF-Kongresses geschuldet, dass diese Gruppe in unserer Sektion nur im Verbund mit virtuellen Lernräumen berücksichtigt werden kann. Zu diskutierende Punkte sind hier etwa die Möglichkeiten der Einbindung der außerschulischen Lernräume in den regulären Unterricht durch die Vor- und Nachbereitung des dort stattfindenden Unterrichts mittels digitaler Medien, oder wie man digitale Medien vor Ort für while-tasks nutzen bzw. entstehende Texte später in post-tasks wieder aufgreifen kann.

Die zweite Gruppe, die der virtuellen Lernräume, kann ohne Verbindung zu den konventionellen/real existierenden Lernorten behandelt werden. Von Interesse sind hier z. B. blended learning-Szenarien, aber auch all die Bereiche von CALL und MALL, die sich des Internets bedienen. Das Feld möglicher Vortragsthemen in dieser Gruppe ist weit: 

  • Nutzung im Internet angebotener digitaler Wörterbücher 
  • ein Fokus auf Mehrsprachigkeit durch digitale Medien
  • mögliche Reduktion der Betreuungsdichte, d.h. häufigere Kontakte von Lehrenden und Lernenden, durch den Einsatz digitaler Medien
  • neue Rollen der Lehrkraft in individualisierten medialen Lernkontexten
  • Lerner zwischen selbstgesteuertem und inzidentellem Lernen durch Kommunikationstechnologie
  • Gelegenheiten zu differenziertem Lernen in inklusiven Settings durch digitale Medien

Schließlich ist noch eine dritte Gruppe zu erwähnen, und zwar die des „Nachmittagsmarkts für außerschulisches Lernen“, der sowohl Nachhilfe als auch eigeninitiiertes Lernen von Fremdsprachen mit zumeist nicht kontrolliertem Sprachmaterial umfasst, das per Apps angeboten wird. 

Mit dieser Unterteilung der Lernorte und -räume greifen wir die in Reinders‘ und Bensons 2017er Artikel „Research agenda: Language learning beyond the classroom“ vorgeschlagene Kategorisierung („Settings, Learning Processes, and Teaching“) für Forschungsaufgaben auf, gehen aber auch gleichzeitig über sie hinaus. Wir unterscheiden Orte (Where does LBC take place?), diskutieren (didaktisch-)methodische Aspekte (How does it take place?) und wenden uns den Lehrkräften zu (How should teachers be involved?). Schließlich stellen wir aber als zusätzlichen Punkt die Lernenden in den Mittelpunkt, wenn es um z. B. selbstgesteuertes vs. inzidentelles Lernen geht, oder wenn es gilt, die Wahrnehmung der Angebote des „Nachmittagsmarkts“ zu reflektieren.

Wir freuen uns über Abstracts, die unserer Auffächerung des Themas folgen, sind aber auch offen für weitere Perspektiven.

Angebote für Vorträge in den Sektionen werden bis zum 15. Dezember 2018 an die Sektionsleitung erbeten. Bitte senden Sie einen kurzen, aussagekräftigen Abstract von ca. 250 Wörtern (Fließtext) in einer Word-Datei samt Ihrer Angaben (Name, Institution, Email-Adresse) an die oben genannten Email-Adressen. Eine Rückmeldung erhalten Sie im Januar 2019.