Barbara Schmenck – Plenarvortrag I

Digitalisierung, Globalisierung, Entschulung? Perspektiven der Fremdsprachenforschung

 

Der Vortrag greift das Kongressthema “Sprache – Kulturen – Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung?” auf und setzt bei dem Begriff der Digitalisierung an, um über Perspektiven der Fremdsprachenforschung nachzudenken. Unter dem Begriff der Digitalisierung werden derzeit zahlreiche Phänomene gefasst, die sowohl in technologischer als auch i.w.S. kultureller Hinsicht relevant sind. In diesem Vortrag soll Digitalisierung aus bildungstheoretischer Perspektive betrachtet werden. Hier stellen die lebensweltlichen Veränderungen, die mit zunehmender Digitalisierung einhergehen, erhebliche Herausforderungen dar, die bislang nur im Ansatz absehbar sind.

Speziell im Hinblick auf Bildung und insbesondere sprachliche Bildung werden im Vortrag einige Themen und Fragestellungen aufgegriffen, die für die Fremdsprachenforschung unmittelbar relevant erscheinen und die sich um die Begriffe der Digitalisierung, Globalisierung und Entschulung ranken. Dabei geht es zunächst um das Konzept der digital literacy und seine möglichen Bedeutungen auch im Rahmen des Fremdsprachenlernens. In unserer oft schlagwortartig als “global” charakterisierten gegenwärtigen Welt stellt sich dabei auch die sprachen- und identitätspolitische Frage nach dem Verhältnis von Digitalisierung und Mehrsprachigkeit. Nicht zuletzt spielt in diesem Kontext die mit der Dominanz des Englischen verbundenen Hegemonie westlicher Identitäts- und Sinnbildungsmuster eine entscheidende Rolle, die auch den Fremdsprachenunterricht und seine Erforschung beeinflussen. Schließlich wird mit dem Schlagwort der Entschulung ein streitbares Konzept aufgegriffen, das zum Nachdenken über zukünftige Perspektiven für das Sprachenlernen und die Fremdsprachenforschung unter Bedingungen von Digitalisierung einlädt.