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Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF)

Die Schirmherrin

Grußwort für die DGFF-Kongresspublikation

Prof. Dr. Johanna Wanka

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – dieses Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein bringt es auf den Punkt: Menschen kommunizieren miteinander und tauschen sich aus – und das alles mithilfe von Sprachen. So wie eine gemeinsame Sprache ein Volk miteinander verbindet, so kann die Kenntnis einer fremden Sprache Verbindungen zu anderen Völkern schaffen. Sie baut Brücken der Verständigung und erweitert den eigenen Blickwinkel.

Sich verstehen heißt, aufeinander zugehen und miteinander sprechen zu können. Aber auch, Missverständnisse zu vermeiden und Kompromisse zu finden. Denn Sprache vermittelt und erklärt eine Haltung. Sie spiegelt die kulturelle Identität eines Landes wider. Die grundsätzlichen Eckpfeiler einer Gesellschaft, sie werden aufgeschrieben und kommuniziert, so wie es bei unserem Grundgesetz in Deutschland der Fall ist. Es ist wichtig, Menschen aus anderen Ländern, in denen diese Grundsätze nicht oder nur eingeschränkt gelten, über unsere Werte informieren zu können. Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sprechen.

Deshalb prägt das Erlernen von Sprache(n) auch die öffentliche Integrationsdebatte in Deutschland. Denn ein Mensch, der am gesellschaftlichen Leben eines Landes teilhaben möchte, in das Bildungs- und Ausbildungssystem und in den Arbeitsmarkt integriert werden soll, braucht Kenntnisse der Sprache eben dieses Landes. Eine möglichst frühe Sprachförderung ist daher ein herausragendes bildungspolitisches Handlungsfeld der Bundesregierung. Flüchtlinge erhalten vielfältige Angebote, Deutsch zu lernen – damit eine Verständigung über ihre Familiensprachen hinaus gelingen kann.

Ich freue mich, dass sich der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung unter dem Motto: „Sprachen lernen integriert – global, regional, lokal“ diesem breiten Themenspektrum widmet und die Bedeutung der Mehrsprachigkeit in Zeiten von Globalisierung und Migration ebenso diskutieren möchte, wie den aktuellen Forschungsstand zum Lehren und Lernen on Fremd- und Zweitsprachen. Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude bei diesem Austausch.

Prof. Dr. Johanna Wanka

Bundesministerin für Bildung und Forschung