CfP

Sprachen, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung?

28. Kongress für Fremdsprachendidaktik der
Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF)
vom 25. bis 28. September 2019 an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg

Digitale Formen der Interaktion und Kommunikation, digitale Formen der Inhaltsvermittlung, der Veranschaulichung, der Speicherung von Daten und Informationen haben das menschliche Zusammenleben, Arbeiten, Wirtschaften in den letzten Jahren sehr stark verändert. Diese Umbrüche haben bzw. werden einen großen Einfluss auf Entwicklungen in der Fremdsprachenforschung und ihre Arbeitsfelder haben.

Schon heute kommen Lehr- und Lernmaterialien als komplexe Anwendungen mit animierten Grammatikerläuterungen, individualisier- und programmierbaren Wortschatztrainern, differenzierten Inhalten, Aufgaben- und Übungsangeboten daher und werden durch virtuelle oder reale Tutoren ergänzt. (Außer)schulische Lernorte können durch digitale Anwendungen in ganz neuer Weise genutzt und ergänzt werden. Tests können in digitalisierter Form nicht nur differenzierter angeboten, sondern auch bis ins Detail der Lösungsfindung und Kompetenzentwicklung der Lernersprache ausgewertet werden. Der Unterricht kann Phasen der frontalen Vermittlung von Inhalten in die häusliche Vor- und Nachbereitung auslagern, um so Zeit für die Dinge zu gewinnen, die nur oder besser gemeinsam in der realen Interaktion und Kommunikation gelingen können. All dies kann zu differenzierten Lehr-Lernangeboten ebenso führen, wie zu gläsernen Lernenden und Lehrenden. Dabei entstehen Fragen wie z.B., ob Schülerinnen und Schüler in der Grundschule schon programmieren lernen sollen, ob sie ihr Smartphone in der Schule und in Klassenarbeiten nutzen dürfen, ob die Nutzung digitaler Wörterbücher zu eingeschränkten produktiven Wortschatzkenntnissen führt oder ob die für die Digitalisierung zwangsläufig notwendigen finanziellen Mittel für alle zur Verfügung stehen können, ohne dabei wirtschaftliche und soziale Gräben weiter aufzureißen. Dies alles macht deutlich, dass Digitalisierung auch beim Lehren und Lernen von Fremdsprachen zwar Umbrüche anregt und bisweilen provoziert, dass damit aber noch nicht die Frage beantwortet ist, ob solche Anregungen aufgegriffen werden sollten bzw. wie den gewaltigen Veränderungen sinnvoll begegnet werden kann.

 

Der 28. Kongress für Fremdsprachendidaktik der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung in Würzburg will unter dem Motto Sprachen, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung? diesen Fragen nachgehen. Dazu sollen insgesamt zwölf Sektionen gebildet werden, die den gesamten Bereich des Lernens und Lehrens von Sprachen in seiner Komplexität und Vielfalt mit Blick auf die möglichen, problematischen und wünschenswerten Umbrüche durch Digitalisierung abbilden sollen.

 

Sektionen

Sektion 1: Lehr-/Lernmaterialien und blended learning (Leitung: Jürgen Kurtz & Christiane Fäcke)
Sektion 2: Neue Lehr-Lernwelten für junge Fremdsprachenlerner und -lernerinnen (Leitung: Jürgen Mertens & Stefanie Frisch)
Sektion 3: Text- und Kulturdidaktik: analog und digital (Leitung: Christiane Lütge & Claus Altmayer)
Sektion 4: Digitalisierung als Brücke zu Mehrsprachigkeit und plurikultureller Kompetenz (Leitung: Daniel Reimann & Elisabeth Chowanetz)
Sektion 5: Diagnostik, Bewertung, Evaluation: digitale Umbrüche? (Leitung: Olaf Bärenfänger & Claudia Harsch)
Sektion 6: Spannungsfeld von Kompetenzen, Inhalten und Digitalisierung (Leitung: Corinna Koch & Britta Freitag-Hild)
Sektion 7: Digitalisierung und Lehrerbildung (Leitung: Petra Kirchhoff & Mark Bechtel)
Sektion 8: Curriculare Herausforderungen durch Digitalisierung (Leitung: Laurenz Volkmann und Almut Hille)
Sektion 9: Forschungsmethoden/-methodologie (Leitung: Britta Viebrock & Bernd Tesch)
Sektion 10: Erschließung von neuen Lernorten und Lernräumen (Leitung: Jutta Rymarczyk & Diana Feick)
Sektion 11: Neue Wege zum Sprachen lehren und Sprachen lernen (Leitung: Joachim Appel & Jörg Roche)
Sektion 12: Heterogenität und Inklusion (Leitung: Thomas Grimm & Grit Mehlhorn)

 

Informationen zur Einreichung von Sektionsbeiträgen

Jede Sektion bietet, verteilt auf drei Tage, insgesamt acht Vorträge mit Diskussion an. Für jeden Vortrag mit Diskussion stehen 45 Min. zur Verfügung. Die Vorträge dürfen 30 Min. nicht überschreiten, damit 15 Min. für die Diskussion sichergestellt sind. Konferenzsprachen sind in der Regel Deutsch und Englisch. Beiträge in anderen Sprachen sind willkommen; sie sollten durch Visualisierungen so begleitet sein, dass sie potenziell für alle Teilnehmer/innen verständlich sind.

 

Kriterien für die Annahme von Beiträgen

Für die Annahme eines Beitrags sollte aus dem Abstract hervorgehen,

  • dass der Inhalt des Beitrags für das Auditorium bedeutsam sein wird,
  • dass ein klarer Bezug zum Sektionsthema erkennbar ist,
  • dass der Beitrag sich in Theorie und Empirie (belegt z. B. durch Literaturhinweise) auf dem aktuellen Stand der Diskussion und/oder Forschung bewegen wird,
  • dass er klar strukturiert und formuliert sein wird,
  • dass er argumentativ schlüssig sein wird.

Abstracts, die einen Beitrag aus empirischen Untersuchungen vorschlagen, sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • explizite und ausreichende Beschreibungen, Diskussionen, Datenangaben und Analysen, damit sich die Zuhörer/innen eine Meinung über die Untersuchung bilden können
  • Erläuterungen zum Zusammenhang von Untersuchungsmethode und Untersuchungsziel (z.B. 'Untersuchung zur Überprüfung von Hypothesen', 'Fallstudie' usw.)
  • übersichtliche und informative Darstellung der Daten.

Auf dem Kongress ist im Rahmen der Sektionen nur eine Präsentation pro Referent/in möglich. Bitte beachten Sie auch, dass für Vortragende in Sektionen keine Honorare und Auslagen übernommen werden können. Der Kongressbeitrag ist auch von Referent/innen zu entrichten. Angebote für Vorträge in den Sektionen werden bis zum 15. Dezember 2018 an die Sektionsleitung erbeten. Bitte senden Sie einen kurzen, aussagekräftigen Abstract von ca. 250 Wörtern (Fließtext) in einer Word-Datei samt Ihrer Angaben (Name, Institution, Email-Adresse) an die Sektionsleitungen, vgl. die Rubrik Sektionen. Eine Rückmeldung erhalten Sie im Januar 2019.

Die Sektionstexte erhalten Sie ebenfalls als Zip-Datei zum Download ganz unten auf dieser Seite.